So helfen wir
konkret

Der Krisendienst Psychiatrie berät Sie telefonisch zur ersten Entlastung und Orientierung in einer seelischen Notlage. Wenn Sie ein persönliches Gespräch benötigen, empfehlen wir geeignete Hilfeangebote. In dringenden Fällen leiten wir einen Einsatz am Ort der Krise in die Wege. Falls eine stationäre Behandlung notwendig sein sollte, vermitteln wir sie direkt an eine Krisen- oder Akutstation.

Telefonische
Beratung

ANRUFER

Ein Anrufer berichtet, vor kurzem habe er miterlebt, wie ein Kind im Verkehr verunglückt sei. Zunächst habe er geglaubt, damit zurechtzukommen, doch seit einer Woche könne er kaum noch schlafen und habe Albträume. Er könne sich nicht mehr konzentrieren und schreckliche Bilder drängten sich ihm auf. Nun wisse er nicht mehr weiter.

KRISENDIENST

Die Krisenhelferin vermittelt dem Mann, warum seine Reaktion nach dem traumatischen Erlebnis nicht ungewöhnlich ist. Um das Erlebte zu verarbeiten, empfiehlt sie ihm das Beratungsangebot einer Trauma-Ambulanz und vereinbart auf seine Bitte hin einen Termin.

In vielen Fällen ist eine ambulante oder stationäre Krisenbehandlung nicht notwendig. Manchmal genügt es, wenn jemand am Telefon zuhört und beim Klären der Situation unterstützt. Wenn die Hilfe am Telefon nicht ausreicht, kann der Krisendienst Psychiatrie an unterschiedliche Beratungsstellen verweisen oder vermitteln.

Ambulante
Krisentermine

ANRUFER

Besorgt meldet sich eine ältere Dame. Ihr 40-jähriger Sohn habe sich seit der Trennung von seiner Frau zurückgezogen, er vernachlässige seine Wohnung und gehe nicht mehr zur Arbeit.
Oft sei er kaum ansprechbar. Aus Sorge kümmere sie sich um die 8-jährige Enkelin, sei damit aber überfordert. Alles Zureden helfe nichts. Ihr Sohn weigere sich, einen Arzt aufzusuchen.

KRISENDIENST

Der Mitarbeiter am Krisentelefon macht sich ein Bild von der Problemlage und informiert die Anruferin über mögliche Hilfen. Er bietet die Vermittlung an einen wohnortnahen Sozialpsychiatrischen Dienst an. Dort kann die Anruferin Gehör für ihre eigenen Sorgen finden, aber auch  fachkundige Beratung zur psychischen Situation ihres Sohnes. Die Dame ist spürbar entlastet.

Oft sind einer oder mehrere Termine in einer Psychiatrie- oder Psychotherapiepraxis, einer Beratungsstelle oder einer Klinikambulanz ausreichend, um die Krise zu bewältigen.
Bei Bedarf unterstützt der Krisendienst bei der Terminvereinbarung.

Mobile
Einsätze

ANRUFER

Zwei Studenten benachrichtigen den Krisendienst Psychiatrie. Ihre 25-jährige Mitbewohnerin sei völlig verändert von einem Urlaub zurückgekehrt. Nachts schlafe sie kaum, fühle sich verfolgt, traue niemandem mehr über den Weg, spreche immer wieder unverständlich und ohne Zusammenhang.

KRISENDIENST

Ein Besuch des Krisenteams in der Wohngemeinschaft wird verabredet. Vor Ort bestätigt sich, dass die junge Frau an ausgeprägten Wahngedanken mit Verfolgungsängsten leidet. Geduldiges Aushandeln ist nötig, um mit der Frau gemeinsam in die Klinikambulanz zu fahren. Alle Überlegungen zur weiteren Behandlung sollen dort erfolgen.

In besonders akuten Fällen kann der Krisendienst Psychiatrie den Einsatz professioneller Helfer am Ort der Krise veranlassen: Wenn Angehörige oder Mitbetroffene nicht mehr weiter wissen oder wenn akute Gefahr droht. Vor Ort geht es dann um Deeskalation, Einschätzung der Gefährdung, Entlastung der Beteiligten, Veranlassung nächster Schritte. Falls erforderlich, wird ein Facharzt hinzugezogen; bei Bedarf auch Polizei oder Rettungsdienst.

Stationäre
Behandlung

ANRUFER

Voller Sorge schildert die Anruferin am Krisentelefon den beunruhigenden Zustand ihrer 60-jährigen Mutter. Diese sei alkoholabhängig, seit Monaten verwirrt, heute sei sie sehr unruhig und wolle dauernd weglaufen. Ein Besuch in der Wohnung der Betroffenen wird verabredet.

KRISENDIENST

Vor Ort begegnet dem Krisenteam eine freundliche ältere Dame, die weder zeitlich und örtlich noch zur eigenen Person orientiert ist. Sie glaubt, die Besucher brächten ihr einen Lottogewinn. Den Ausführungen des Krisenteams kann sie nur bedingt folgen. Nach einem längeren Gespräch ist sie zur stationären Behandlung in einer Suchtabteilung bereit. Das Team meldet die Dame an, organisiert den Transport und veranlasst alle weiteren Schritte.

In manchen akuten Notlagen kann eine stationäre Krisenbehandlung die geeignete Hilfe sein. Sie bietet Schutz, aber auch den Rahmen für eine intensive medizinisch-psychiatrische, soziale und psychotherapeutische Behandlung. Der Krisendienst Psychiatrie unterstützt bei der Vermittlung in stationäre Behandlungsangebote.