

Den Weg aus der Krise erleichtern
Wenn in einer Krise die eigenen Kräfte erschöpft sind, die eigenen Lösungsversuche versagen und die Situation ausweglos erscheint, brauchen Menschen schnell und unbürokratisch Hilfe.
Professionelle Hilfe kann in den meisten Fällen rasche Entlastung herbeiführen und verhindern, dass aus einer Krise eine Krankheit wird.
Zuhören, ordnen, klären, Anteil nehmen, die Krise in Worte fassen und Hoffnung vermitteln ist das, was der Krisenberater zunächst tut, um die Anspannung und den Druck, der auf dem Betroffenen und oft auch auf den Mitbetroffenen lastet, zu mildern. Gleichzeitig gilt es, durch gezieltes Nachfragen den „Brennpunkt“ der Krise zu entschlüsseln, mögliche Gefährdungen zu erkunden und herauszufinden, wie dringend welche Form von Hilfe benötigt wird.
Ist eine erste De-Eskalation eingetreten, wird der Betroffene dabei unterstützt, die Krise als zum Leben gehörend anzunehmen, sich aufzurichten und möglichst selbstbestimmt nach eigenen Lösungswegen zu suchen.

Lotsendienst zur „richtigen“ Hilfe
Für Menschen in Krisen steht in München ein umfangreiches Angebot zur Verfügung. Es reicht von allgemeinen und speziellen Beratungsstellen über Fachärzte, Psychotherapeuten und (Notfall-)Ambulanzen hin zu psychiatrischen und psychotherapeutischen Kliniken.
Zu ermitteln, welche Hilfe im Einzelfall die „richtige“ ist und den Weg dorthin zu bahnen, ist die Lotsenfunktion der Leitstelle des Krisendienst Psychiatrie München. Sie ist die zentrale telefonische Anlaufstelle des Krisendienstes und bietet Menschen, die in einer Krise nicht wissen, wohin sie sich wenden sollen, Orientierung und Wegweisung.
Erstabklärung, Screening, telefonische Krisenintervention, Beratung und Vermittlung gehen dabei Hand in Hand. Dazu verfügt die Leitstelle über ein stets aktualisiertes Wissen zu den vielfältigen Angeboten, die den BürgerInnen der Stadt München zur Verfügung stehen. Verbindliche Absprachen zur Weitervermittlung mit Praxen, Beratungsstellen und Kliniken erleichtern dabei den Weg für die Betroffenen.

Jede Krise braucht andere Hilfe
Je nach Krise kann angemessene Hilfe sehr unterschiedlich aussehen: vom klärenden, beruhigenden Telefongespräch mit eventueller Weitervermittlung an eine geeignete Beratungsstelle bei einem eskalierten Familienkonflikt, über einen ambulanten Krisentermin noch am selben Tag im Falle einer Angstattacke, bis zum sofortigen Notfalleinsatz, möglicherweise mit Einweisung in eine psychiatrische Klinik, wenn ein Leben akut bedroht ist.
Entscheidend dafür, welche Schritte nach dem ersten Kontakt am Telefon empfohlen oder eingeleitet werden, sind neben der konkreten Konflikt und Problemlage vor allem die Dringlichkeit und die mit der Krise verbundene Gefährdung. Sind diese hoch, ist sofortiges Handeln nötig. Eigene Vorstellungen, Wünsche und Befürchtungen des Betroffenen werden von Anfang an erkundet und bestimmen die Entscheidung zum weiteren Vorgehen wesentlich mit.
Oft ist es an dieser Stelle auch hilfreich, Angehörige, Mitbetroffene und behandelnde Ärzte oder Therapeuten einzubeziehen.