KRISENDIENST | Presse

22. Juni 2018

Starke Partnerschaft – Stadtwerke München und Krisendienst Psychiatrie starten Kampagne für seelische Gesundheit

Von links nach rechts: Dr. Michael Welschehold (Krisendienst Psychiatrie, Leiter der Leitstelle), Michael Mauerer-Mollerus (Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege Oberbayern), Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Ingo Wortmann (SWM Geschäftsführer Mobilität, MVG-Chef)

Mit den Stadtwerken München und dem Krisendienst Psychiatrie werben künftig zwei starke Partner für seelische Gesundheit. Die Stadtwerke München verstärken damit ihr gesellschaftliches Engagement. Ziel der Zusammenarbeit ist es, den vom Bezirk Oberbayern finanzierten Krisendienst Psychiatrie mit Hilfe einer Plakatkampagne im öffentlichen Nahverkehr bekannter zu machen.

Fühlen Sie sich leer? Kommen Sie da alleine nicht mehr raus? Haben Sie keine Hoffnung mehr? Um eine möglichst breite Zielgruppe zu erreichen, wurden die Botschaften so gewählt, dass sie betroffene Menschen in ihrer Situation direkt ansprechen, aber auch allen anderen Betrachtern im Gedächtnis bleiben. „Wir sind für Sie da“, lautet das Hilfsangebot mit dem Hinweis auf die Nummer des Krisendienstes 0180 / 655 3000. Zentral positioniert ist auch die Information zur Arbeitsweise des Krisendienstes: „Vertraulich. Menschlich. Offen.“

Präsenz im öffentlichen Raum

„Wir sind sehr froh, dass wir mit den SWM einen starken Partner für unseren Einsatz für seelische Gesundheit haben“, sagte Bezirkstagspräsident Josef Mederer bei der Vorstellung der Plakate. „Wegen ihrer Präsenz im öffentlichen Raum können die SWM einen wichtigen Beitrag leisten, um die Hilfsangebote des Krisendienstes Psychiatrie noch bekannter zu machen.“ Gerade für Betroffene, die in seelischer Not keinen Ausweg mehr sehen und Suizidgedanken entwickelten, sei der Krisendienst Psychiatrie eine verlässliche und kompetente Anlaufstelle. Mederer: „Dank der Partnerschaft mit den SWM steht das Netzwerk der psychiatrischen Krisenhilfe in München jetzt auf einem noch breiteren Fundament.“

Ingo Wortmann, SWM Geschäftsführer Mobilität und MVG-Chef betonte: „Die SWM fühlen sich den Münchnerinnen und Münchner verpflichtet und engagieren sich daher für die Stadtgesellschaft. Ziel der Plakatkampagne ist es, die Bevölkerung für psychische Krisen zu sensibilisieren, dem Thema das Stigma zu nehmen und das Hilfsangebot in den Köpfen zu verankern.“ Dafür bieten sich laut Wortmann die Werbeflächen im ÖPNV geradezu an, weil hier besonders viele Menschen zusammenkommen und oft auch kurze Wartezeiten haben, in denen sie im Idealfall auf die neuen Plakate aufmerksam werden. Es gehe auch darum, „Suizide durch rechtzeitige Ansprache und Hilfe zu vermeiden. Prävention ist extrem wichtig, gerade auch für uns als U-Bahnbetreiber.“

Krisendienst bietet qualifizierte Beratung

Jeder Dritte gerät mindestens einmal im Leben in eine Situation, in der er psychiatrische oder psychotherapeutische Hilfe benötigt. Beim Krisendienst Psychiatrie erhalten Menschen in seelischen Notlagen qualifizierte Beratung und Unterstützung. Die Leitstelle ist täglich von 9 bis 24 Uhr erreichbar. Die Region München ist seit 1. Dezember 2016 an den Krisendienst angeschlossen.

Die SWM finanzieren die Kampagne und stellen Plakatflächen in der U-Bahn kostenlos zur Verfügung. Darüber hinaus sind die Motive auch auf weiteren Münchner Werbeflächen des Medienhauses Ströer zu sehen, das die Kampagne ebenfalls unterstützt. Beiträge in den diversen eigenen Medien von SWM und MVG runden die Kommunikation ab. Die Kampagne läuft über zwei Jahre. Sie umfasst allein bis Ende 2018 Plakatierungen an rund 400 unterschiedlichen Standorten. Die Plakatmotive wurden von der Agentur BSKOM konzipiert und umgesetzt.

Der Leiter der Leitstelle des Krisendienstes, Dr. Michael Welschehold, begrüßte die Kampagne ebenfalls. Für Menschen in seelischen Krisen sei es besonders wichtig, ihnen zum frühestmöglichen Zeitpunkt qualifizierte und vertrauliche Hilfe anzubieten. Der Krisendienst Psychiatrie sei in schwierigen psychischen Situationen eine verlässliche Anlaufstelle. Welschehold: „Je schneller man sich Hilfe holt, desto besser!“ Laut Michael Mauerer-Mollerus, Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege Oberbayern, können bei Bedarf innerhalb einer Stunde mobile Einsatzteams mit einem Hausbesuch deeskalieren. „Es geht darum, mit den Menschen in einen vertrauensvollen Kontakt zu kommen, um dann individuell ein Paket an geeigneten Hilfen zu schnüren.“

Der Bezirk Oberbayern finanziert den Krisendienst Psychiatrie mit rund 7,4 Millionen Euro pro Jahr. Die Leitstelle ist in München angesiedelt. 2017 haben sich rund 21.000 Menschen an den Krisendienst gewandt.